Apple bietet mit FaceTime eine komfortable Möglichkeit für Audio- und Videoanrufe unter macOS. Wer diese Gespräche jedoch automatisch transkribieren möchte, stößt schnell an klare technische Grenzen – zumindest offiziell.
Gleichzeitig gibt es mit Spark Meeting Notes eine sehr leistungsfähige Transkriptionslösung. Und genau hier wird es spannend.
Das Problem: Spark kann FaceTime offiziell nicht transkribieren
Spark ist grundsätzlich kostenlos nutzbar.
Die Funktion „Meeting Notes“ – also automatische Transkription und Zusammenfassung von Gesprächen – ist jedoch nur mit kostenpflichtigem Abo verfügbar (inkl. Testphase).
Versucht man, Spark für FaceTime-Gespräche zu verwenden, erscheint eine Fehlermeldung sinngemäß:
Das Audio dieses Anrufs kann nicht aufgezeichnet werden.
Der Grund:
FaceTime gibt den Gesprächs-Audiostream nicht als klassisches System-Audio frei. Spark erkennt daher kein verwertbares Eingangssignal – weder vom eigenen Mikrofon noch vom Gesprächspartner.
Offiziell: Ende der Geschichte.
Die Lösung: Virtuelles Audio-Routing mit Loopback
Mit der macOS-Software Loopback von Rogue Amoeba lässt sich dieses technische Hindernis sauber umgehen.
Loopback erlaubt es, beliebige Audioquellen virtuell zusammenzuführen und als neues Audio-Gerät bereitzustellen. Genau das braucht Spark.

So funktioniert das Prinzip (vereinfacht)
- FaceTime erzeugt Gesprächs-Audio (Mikrofon + Gegenstelle)
- Loopback fängt beide Audioquellen ab
- Loopback erstellt daraus ein virtuelles Mikrofon-Gerät
- Spark Meeting Notes nutzt dieses virtuelle Gerät als Audioquelle
- Ergebnis: vollständige, saubere Transkription des FaceTime-Gesprächs
Technisch gesehen hört Spark nicht „FaceTime“, sondern ein ganz normales Audio-Input-Device. Damit ist die ursprüngliche Einschränkung faktisch aufgehoben.
Was du dafür brauchst
Software
- macOS
- FaceTime (integriert)
- Spark mit aktivierter Meeting-Notes-Funktion (Abo erforderlich)
- Loopback von Rogue Amoeba (kostenpflichtig, zeitlich begrenzte Demo)
Einrichtung (Kurzüberblick)
- Loopback:
- Quelle 1: FaceTime
- Quelle 2: eigenes Mikrofon
- Ausgabe: virtuelles Loopback-Device
- Spark:
- Audioquelle = Loopback-Device
- FaceTime normal starten – keine zusätzliche App notwendig
Praxiserfahrung
Die Transkription funktioniert überraschend zuverlässig:
- klare Sprechertrennung
- kaum Aussetzer
- auch längere Gespräche problemlos
- Zusammenfassungen und Stichpunkte in Spark sind nutzbar
Wichtig:
Du solltest dein Gegenüber rechtlich korrekt informieren, dass das Gespräch transkribiert wird. Je nach Land und Kontext kann eine Zustimmung erforderlich sein.
Fazit
Offiziell ist das Transkribieren von FaceTime-Anrufen nicht vorgesehen.
Technisch ist es jedoch problemlos möglich, wenn man das Audio-Routing selbst in die Hand nimmt.
Die Kombination aus:
- FaceTime
- Loopback
- Spark Meeting Notes
ist derzeit eine der saubersten Lösungen auf macOS, wenn Gespräche automatisch dokumentiert werden sollen – auch wenn Apple und Spark das so nicht bewerben.
Gerne. Hier ist ein zusätzlicher, sachlicher und rechtlich nüchterner Absatz, den du direkt in den Artikel einbauen kannst:
Rechtlicher Hinweis: Aufnahme und Transkription von FaceTime-Gesprächen
Auch wenn die technische Umsetzung möglich ist, bleibt die rechtliche Verantwortung vollständig beim Nutzer. In Österreich, Deutschland und vielen anderen EU-Ländern gilt: Gespräche dürfen nicht heimlich aufgezeichnet oder transkribiert werden.
Grundlage sind unter anderem:
- das Telekommunikationsgesetz
- das Strafgesetzbuch (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs)
- sowie die DSGVO, sobald personenbezogene Daten verarbeitet oder gespeichert werden
Entscheidend ist dabei nicht, ob eine Audioaufnahme gespeichert wird, sondern dass der Gesprächsinhalt automatisiert aufgezeichnet oder verschriftlicht wird. Auch eine reine Transkription gilt rechtlich als Verarbeitung des Gesprächs.
Best Practice:
- Den Gesprächspartner vor Beginn des Gesprächs ausdrücklich informieren
- Eine klare Zustimmung einholen (mündlich reicht in der Regel aus)
- Idealerweise kurz dokumentieren, dass die Zustimmung erfolgt ist
- Keine Transkription bei sensiblen oder vertraulichen Inhalten ohne explizite Erlaubnis
Kurz gesagt:
👉 Technisch machbar heißt nicht automatisch rechtlich erlaubt.
Mit Transparenz und Zustimmung ist die Nutzung jedoch in der Praxis gut und sauber lösbar.





